Moin, du da draußen. Setz dich mal mit mir ans Deck, während der Nordwind durch die Takelage pfeift, und lass uns ’ne Fahrt machen – nich über die offene See, sondern durch das trübe Gewässer vom Vodafone-Kabelnetz. Dat Ding, das uns alle mit Internet versorgt, aber mal wieder nur ’ne Handvoll von uns richtig vorankommen lässt.
Anfang Februar 2026 wurde der sogenannte Upload-Booster von der Leine gelassen. Plötzlich sind 75 Mbit/s beim Hieven der Fracht drin, wo vorher maximal 50 Mbit/s das Ende der Fahnenstange war. Klingt nach ’nem ordentlichen Schub für die Takelage, oder? Endlich mehr Fahrt voraus für den Video-Klönschnack und das Hieven dicker Container in die Cloud.
Doch bevor du den Grog rausholst: Nicht jeder darf mit an Bord. Während die neue Technik längst unter Deck verbaut ist, riecht die Umsetzung verdächtig nach ’nem klassischen Manöver aus dem Handbuch der großen Reedereien:
Große Flaggenparade, aber die treue Stammcrew muss erst mal warten.
Ich segle ja schon lange durch diese Gewässer. Als einer, der täglich mit Knoten, Kompassen und den Tücken von Kabelmeeren zu tun hat, frag ich mich: Is dat wirklich ’n neuer Kurs, oder drehen wir uns im Kreis? Lass uns mal die Luke zum Maschinenraum aufreißen und genau hinschauen.
Die Takelage hinter dem Booster
Dat Ganze basiert auf DOCSIS 3.1, dem aktuellen Standard für unsere Kabel-Kähne. Bisher war das Hieven bei Vodafone auf maximal 50 Mbit/s gedeckelt – nich weil der Kutter dat nich mehr kann, sondern weil die Aufteilung des Fahrwassers im Koaxialkabel traditionell schief ist. Der Downstream kriegt die breite Fahrrinne, der Upstream muss sich durch den schmalen Priel zwängen.
Dat is wie ’ne breite Autobahn bergab und ’n Ziegenpfad bergauf: Dat Netz is für Konsum gebaut, das Senden war immer der Flaschenhals.
Mit dem „Upload-Booster“ kommt jetzt DOCSIS-3.1-Low-Split ins Spiel. Vodafone verteilt die Seekarten neu und gibt dem Rückkanal mehr Raum. Statt der alten Route wird mehr Platz für die Ausreise geschaffen – dat bringt die angekündigten 50 % mehr Schub, also von 50 auf 75 Knoten. Technisch is dat ’ne Modernisierung der Takelage, die schon länger bekannt is, aber jetzt bundesweit ausgerollt wird.
Dafür haben die Schiffszimmerleute das Netz verstärkt: mehr Glasfaser-Taue, zusätzliche Netzsegmente. Dat soll verhindern, dass der höhere Upload den Downloadkutter ausbremst, weil ja alle im selben Hafenbecken fischen.
Voraussetzung: Du brauchst ’nen DOCSIS-3.1-fähigen Kompass. Mit ’nem alten Modem-Kahn aus der 3.0-Ära bleibst du im Hafen liegen. Vodafone sagt, das Upgrade is netzseitig, keine Werftarbeit beim Kunden nötig – dat stimmt. Aber dat bedeutet auch: Der Wind war schon länger da, nur wurden die Segel nich gesetzt. Warum erst jetzt? Und warum nur 75 Mbit/s, wo die neue Technik theoretisch deutlich mehr Fracht wuppen könnte?
Dat is wie ’n Motorboot mit 300 PS, das nur im Tucker-Modus fahren darf.
In der Praxis merkst du den Unterschied vor allem bei schwerer See: große Uploads, parallele Backups, dicke Tunnel-Fahrten (VPN). Da läuft dat mit 75 Mbit/s spürbar runder. Für normales Surfen, Streaming und die üblichen Videocalls reicht aber oft schon 50 Mbit/s.
Vergleich: 50 Mbit/s vs. 75 Mbit/s – Wo macht’s wirklich den Unterschied?
Wenn wir dat mal trocken durchrechnen, sieht der Unterschied so aus:
| Upload-Szenario | 50 Mbit/s | 75 Mbit/s | Zeitersparnis |
|---|---|---|---|
| 10 GB Videodatei | ca. 27 Min | ca. 18 Min | ca. 9 Min |
| 25 GB Projekt-Backup | ca. 1 Std 7 Min | ca. 44 Min | ca. 23 Min |
| 100 GB NAS-Backup | ca. 4 Std 27 Min | ca. 2 Std 58 Min | ca. 1 Std 29 Min |
Dat spart Zeit, klar. Bei Cloud-Backups oder dem Versand von RAW-Fotos und Videos is dat ’n echter Vorteil – weniger Warten, weniger Frust.
Und so sieht dat bei paralleler Nutzung im Haushalt aus:
| Haushaltsszenario | 50 Mbit/s | 75 Mbit/s | Praxiswirkung |
|---|---|---|---|
| 1 Person: Videocall + normaler Upload | stabil | stabiler | kaum Unterschied |
| 2 Personen: 2 Calls + Cloud-Sync | teils eng | meist entspannt | merkbar besser |
| 4 Personen: Calls + Backup + Upload | oft Engpass | weniger Abbrüche, aber limitnah | spürbar, aber kein Wundermittel |
Im Homeoffice mit mehreren parallelen Calls kann’s bei 50 Mbit/s eng werden, sobald nebenbei Backups laufen. 75 Mbit/s geben Luft, lösen aber das Grundproblem nich: Kabel bleibt asymmetrisch und segmentgeteilt. Wenn der ganze Block gleichzeitig hochlädt, teilt ihr euch weiter denselben Kuchen.
Im Vergleich zu echter Glasfaser is dat immer noch ’n Tropfen auf ’n heißen Stein. Deutsche Telekom, Deutsche Glasfaser oder andere FTTH-Anbieter lachen sich kaputt über 75 Mbit/s Upstream.
Dat is kein Wettbewerb, dat is ’n Nachzügler-Manöver.
Kritische Hinterfragung – Warum nur für Neukunden und warum so zaghaft?
Hier wird’s salzig wie Nordseewasser. Vodafone preist dat als großen Fang für Millionen an. Die Technik läuft, die Heuer bleibt gleich. Aber: Nur frisch angeheuerte Matrosen kriegen den neuen Kurs automatisch. Die alten Salzbuckel müssen aktiv umflaggen – oft mit neuer Laufzeit, neuen Klauseln im Logbuch und manchmal höherer Heuer, wenn der alte Tarif noch aus besseren Zeiten stammt.
Dat is ’n klassischer Trick: Die Treuen, die seit Jahren zahlen, werden ausgebremst. Wer im alten Tarif sitzt, muss erst kündigen oder wechseln, um mitzusegeln. Technisch wäre dat breiter ausrollbar, wirtschaftlich will man aber Neukunden ziehen und Bestandskunden in neue Laufzeiten drücken.
Und dann die Geschwindigkeit selbst: Von 50 auf 75 Mbit/s – dat sind 50 % mehr, aber immer noch nur ein Bruchteil dessen, was der Standard theoretisch kann. Warum nich gleich deutlich höher? Weil der Shared-Charakter des Kabels Grenzen setzt und Vodafone den Download nicht gefährden will. Stattdessen wird’s in kleinen Schritten dosiert.
Und ich kauf dat nich ganz. Dat klingt nach ’nem Marketing-Streich: Große Pressemeldung, „Upload-Booster“, flotte CEO-Zitate – aber in der Realität nur ’n halber Schritt für die, die schon lange mitfahren.
Salziges Fazit – Lohnt sich der Wechsel?
Wenn wir im Hafen anlegen: Für Neukunden oder wen, der eh wechseln wollte – ja, nimm den neuen Tarif. Mehr Upload, teilweise mehr Download, gleicher Preis – dat is ’n fairer Deal. Für Bestandskunden? Nur wenn du wirklich viel hochlädst und die Zeitersparnis dir wichtig is. Ansonsten: Bleib, wo du bist. Der Aufwand, die neue Laufzeit, das Risiko von versteckten Preiserhöhungen später – dat wiegt die 25 Mbit/s Mehr oft nich auf.
Vodafone segelt hier ’nen cleveren Kurs: Technik wird verbessert, aber der volle Schub landet zuerst bei Neuverträgen. Dat is kein Wintermärchen, dat is Alltag im Kabelmeer. Und solange echte symmetrische Glasfaser nich flächendeckend liegt, bleibt der Upload der ewige Flaschenhals.
Logbucheintrag beendet.
Status: Wind flaut ab, aber der Kurs bleibt misstrauisch.