Moin, du da draußen. Der Wind hat sich gedreht in der Bucht der freien Software, und ich steh hier am Ruder, während 'ne frische Brise aus der Richtung von Euro-Office plötzlich auf Gegenkurs trifft. Dat is der Moment, wo der klare Horizont der digitalen Souveränität, den ich erst kürzlich in meinem Klönschnack zur neuen europäischen Schreibflotte beschrieben hab, von unerwarteten Wellen durchzogen wird.
OnlyOffice, der etablierte Kutter, hat sich zu Wort gemeldet und wirft dem jungen Projekt vor, dass der Fork ihre Lizenzpapiere nicht respektiert. Kein leises Raunen in Foren, sondern 'n offizieller Aufruf, der die ganze Community aufhorchen lässt. Ich hab mir die Lage genau angeschaut, die technischen Logs gecheckt und die juristischen Tiefen ausgelotet – und dat Ganze passt perfekt zum Thema, das ich vor ein paar Tagen aufgebracht hab, als es noch um den Aufbruch gegen die US-Frachter-Dominanz ging.
Der Sturm bricht los – Der Vorwurf
Am 27. März 2026 haben Nextcloud, IONOS und ihre europäischen Partner die Euro-Office-Initiative angekündigt, 'ne quelloffene Office-Suite, die als echte Alternative zu Microsofts Flotte gedacht is. Dat Projekt baut direkt auf 'nem Fork von OnlyOffice auf, um Dokumente, Tabellen und Präsentationen zu bearbeiten – alles mit Fokus auf EU-Servern, voller Transparenz und ohne Abhängigkeiten von externen Jurisdiktionen. Wie ich im letzten Post schon skizziert hab, geht's hier um mehr als nur 'n Tool: Dat is 'n Schritt zur echten digitalen Unabhängigkeit, weg von CLOUD-Act-Risiken und hin zu lokaler Kontrolle.
Doch nur drei Tage später, am 30. März 2026, kommt der Gegenschlag. OnlyOffice veröffentlicht 'nen detaillierten Blogeintrag und spricht von 'nem klaren und materiellen Verstoß gegen ihre Lizenzbedingungen und internationales Urheberrecht. Sie sehen, dass der Fork Technologie aus ihren Editoren übernommen hat, ohne die geforderten Marken, Logos und Attributionen zu wahren. Dat is kein bloßer Hickhack unter Konkurrenten – dat is 'n formeller Hinweis, der die Nutzung der Codebasis infrage stellt. OnlyOffice fordert klare Einhaltung: Beibehaltung des Original-Logos, volle Quellenangabe und strikte Befolgung aller Open-Source-Regeln. Ohne dat, so ihre Position, fehlt das Recht zur Weiterverbreitung komplett.
Licht im Maschinenraum – Technische und juristische Zerlegung der Takelage
Lass uns die Luke zum Maschinenraum aufreißen und dat Ding technisch und rechtlich auseinanderpflücken, Schritt für Schritt. OnlyOffice läuft seit Jahren unter der GNU Affero General Public License Version 3, kurz AGPLv3, der Copyleft-Lizenz, die sicherstellt, dass Derivate offen bleiben, besonders bei Server-Nutzung. Aber ab 2021 haben sie in der LICENSE-Datei zusätzliche Klauseln reingepackt, die ab Zeile 655 explizit auf Section 7 der AGPLv3 Bezug nehmen. Dat erlaubt dem Rechteinhaber, weitere Bedingungen zu stellen – und hier geht's um Branding-Pflichten und Trademark-Schutz.
Section 7(b) verlangt, dass in Derivaten das originale Produktlogo erhalten bleibt. Section 7(e) verweigert jegliche Rechte an den Marken des Copyright-Holders. Dat is wie 'ne extra Schicht am Rumpf, die nicht einfach abgeschliffen werden darf. Euro-Office hat im GitHub-Commit e452acebeb343389520348733041056af0cd4c23 genau dat gemacht:
Sie haben die OnlyOffice-spezifischen Ergänzungen entfernt und den Code unter reiner AGPLv3 veröffentlicht. Technisch is dat 'n sauberer Fork – der Kern der Editoren für Text, Sheets und Slides wird übernommen, angepasst für tiefere Nextcloud-Integration, bessere AI-Workflows und volle Auditierbarkeit auf europäischen Servern.
Der Commit dokumentiert die Änderungen transparent und begründet sie als Entfernung von unenforceablen und nicht-obligatorischen Section-7-Zusätzen.
Juristisch wird dat zur Grauzone. OnlyOffice beruft sich auf 'n Anwaltsgutachten und argumentiert, dass die Zusatzbedingungen integral zur Lizenzvergabe gehören. Wer den Code nimmt, muss alles akzeptieren oder hat gar keine Rechte. Jede einseitige Streichung führe zur automatischen Beendigung der Lizenz nach Section 8 der AGPLv3 und damit zu Copyright-Infringement. Sie pochen auf Transparenz und faire Attribution, weil sie jahrelang in Kompatibilität, Performance und echte Nutzbarkeit investiert haben.
Auf der Gegenseite steht die Community-Interpretation. Bradley M. Kuhn, enger Mitgestalter der AGPL, und die Free Software Foundation sehen Forks als Kern des Open-Source-Gedankens. Section 10 der AGPLv3 erklärt explizit, dass nicht-permissive zusätzliche Bedingungen als further restrictions gelten und entfernt werden dürfen, wenn sie im empfangenen Programm vorhanden sind. Euro-Office hat dat so gehandhabt und den Code unter reiner AGPLv3 gestellt – ohne Logo-Zwang, aber mit voller Offenheit. Dat ermöglicht 'ne rein europäische Governance, ohne externe Markenbindung, und passt zum Ziel, 'ne souveräne Flotte zu bauen.
Technisch is der Fork sauber umgesetzt: Öffentliches Repo, dokumentierte Changes, Kompatibilität mit DOCX, XLSX, PPTX und ODF bleibt erhalten. Dat erlaubt modulare Integration in Nextcloud, XWiki, OpenProject und Co. – alles auf EU-Infrastruktur wie Hetzner oder IONOS, GDPR-konform und ohne Sanktionsrisiken. Aber ob dat reicht, um den Vorwurf abzuwehren? Dat hängt von der Gerichtsinterpretation der Sections 7 und 10 ab. In der Praxis sind solche Branding-Anforderungen in Open Source selten und oft umstritten, weil sie den freien Geist der Lizenz einschränken könnten.
Die Wendung – Hinter den Kulissen der Flottenmanöver
Jetzt wird's richtig investigativ, und ich frag mich: Warum der plötzliche Alarmruf? OnlyOffice hat echte Arbeit in die Entwicklung gesteckt – echte Kompatibilität, stabile Performance, fertige Features. Der Fork ohne ihre Flagge am Mast fühlt sich an wie 'n Entern, bei dem die Beute einfach umgetakelt wird. Gleichzeitig wirft Euro-Office den Ball zurück: Zusammenarbeit mit OnlyOffice sei aus verschiedenen Gründen nicht möglich gewesen – mangelnde Akzeptanz von Pull Requests, Bedenken zu Herkunft und Transparenz. Dat Projekt will volle europäische Kontrolle, ohne Einfluss von außen.
Dat wirft tiefe Fragen auf. Is OnlyOffice hier nur Hüter der eigenen Investitionen, oder geht's auch um kommerzielle Positionierung im Haifischbecken der Office-Suiten? Die AGPLv3 soll Freiheit schützen, nicht Marken ewig zementieren. Und Euro-Office? Segeln sie den reinen Kurs der Souveränität, oder haben sie die Lizenz nur so weit gekürzt, wie's ihnen passt, um schneller in den Hafen zu kommen? Beide Seiten haben starke Argumente. Die eine pocht auf rechtliche Normen und harte Arbeit. Die andere auf den Kern von Open Source:
Forks sind erlaubt, ja erwünscht, um Innovation voranzutreiben.
In der Community brodelt dat schon auf Reddit, Lobsters und X – Diskussionen, ob Logo-Pflichten wirklich enforceable sind oder ob dat 'ne further restriction is, die man getrost streichen darf. Dat is kein reiner Rechtsstreit, sondern 'n Grundsatzdebakel über die Grenzen der Freiheit in der freien Software. Wie ich im vorherigen Klönschnack schon betont hab, war Euro-Office von Anfang an als Antwort auf geopolitische Risiken gedacht – und jetzt zeigt sich, dass der Fork selbst neue Wellen schlägt.
Salziges Fazit
Kurs halten oder beidrehen in der Bucht?
Dat Ganze is 'n klassischer Konflikt in der offenen See: Auf der einen Seite der Schutz harter Arbeit durch klare Regeln, auf der anderen der Drang, echte Unabhängigkeit zu schaffen. Technisch is der Fork von Euro-Office 'n starker Schritt – moderne Architektur, tiefe Integration, volle Auditierbarkeit. Juristisch bleibt's 'ne Grauzone, die wahrscheinlich vor Gericht oder durch Community-Druck geklärt werden muss. OnlyOffice hat 'nen formalen Hinweis gegeben und fordert Compliance.
Euro-Office hat transparent gehandelt und bleibt bei ihrer reinen AGPLv3-Linie.
Am Ende geht's um mehr als 'nen einzelnen Fork. Dat is 'ne Frage, wie Europa seine digitale Flotte aufbaut: Mit Respekt vor bestehenden Lizenzen oder mit radikaler Freiheit, die auch mal 'ne Flagge kürzt? Beide Lager haben recht, wenn sie auf Transparenz und Offenheit pochen. Aber ohne klare Einigung droht Stillstand – und dat wär der größte Verlust für alle, die 'ne echte Microsoft-Alternative wollen.
Die See der Open Source is rau, aber genau dat macht sie stark. Euro-Office hat Potential, 'ne echte Souveränitätsflotte zu werden, wenn sie den Sturm navigieren. OnlyOffice zeigt, dat Lizenzpapiere ernst genommen werden müssen. Wer am Ende den Kurs hält, wird die Zeit zeigen – aber eins is klar:
Ohne Dialog und Kompromiss segelt niemand weit.
Logbucheintrag beendet.